You are currently browsing the archives for September, 2009.
Wer sich abseits des touristischen Pfades bewegt, begegnet zuvorkommenden, freundlichen Marokkanern mit guten Absichten. Rund um unser sogenanntes Hotel – Ressort allerdings, tauchen diese nervigen Verkäufer auf, die nicht nur meine neueste Anschaffung, das Gewand mit Kapuze, genannt „Jalaba“ bejubeln, sondern auch auf gebrochenem Deutsch, Russisch und Englisch versuchen, uns für ihre drittklassigen Produkten zu begeistern.
Marakkesch – Hotel traditionell
Nach vier Tagen Badeurlaub am Strand von Agadir sind wir wieder in Marrakesch. Das spontan im Internet gebuchte Hotel entpuppt sich als sehr traditionell. Der Besitzer, ein Deutscher, lebt seit 40 Jahren in Marokko und betreibt mitten im Stadtzentrum dieses kleine Hotel mit 24 Zimmern. Er kennt den Marokkanischen König persönlich, Versace veranstaltet bei ihm auch schon mal ein Fotoshooting und zu seinen Stammgästen zählen hochrangige deutsche Politiker. Wer hier übernachtet, kann sein Frühstück ab Morgens 08:00 Uhr bis abends 18:00 bekommen. Wann immer und wo immer es der Gast möchte. Das Hotel erinnert durch die 10 Meter hohen Mauern an eine Burg. Herrliche Ruhe und ein familiäres Flair. Die Zimmer sind überdurchschnittlich groß, bieten große Betten, marokkanische Teppiche, bunte Waschbecken und diffuses Licht. Es gibt keine abschließbaren Türen und Fenster. Alles hier ist offen. Der Hausherr lädt uns zum Abendessen auf das Dach seines kleinen Palastes. Es gibt ein Huhn-Drei-Gang-Menü mit einem erfrischenden Lüftchen und dem besten Blick über die Dächer von Marakkesch.
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Marokko © by Dimitri Blinski
Zagora – das Tor zur Wüste
Am nächsten Tag erreichen wir nach 8 Stunden Fahrt durch das Atlasgebirge die Stadt Zagora, nahe der algerischen Grenze. Die Luft ist hier trocken und bis zu 50° C heiß. Die Häuser rund um die Hauptstraße von Zagora, benannt nach dem früheren König Mohammed V, sind aus Lehm und Sandstein. Wir sind nur wenige Kilometer vor den ersten Dünen der Sahara. Die Hotel-Sweet bekommen wir hier, am Ende der Welt, schon für 40 €. Vom WC Deckel, über den Duschvorhang bis zu den Wänden, alles hier heizt sich auf. Große Freude kommt da auf, wo es wirklich kaltes Wasser gibt.
Jeeptour in Marokkos Wüste - Sand, Kamele und die Dünen der Sahara
Am nächste Morgen brechen wir um 6:00 Uhr auf in die Wüste, meinem eigentlichen Ziel der gesamten Reise. Rund 1,5 Stunden Jeeptour und wir sind in den Dünen. Die Kamele tragen uns durch den wunderschön geformten Sand. Beim Besteigen eines Sandbergs, muss man mehr Kraft aufbringen, als in den Bergen. Die heiße Luft, die Sonne und der glühende Wüstensand schaffen Umstände, an die wir Europäer nicht gewöhnt sind. Rund zwei Stunden später sitzen wir wieder im klimatisierten Jeep und lassen uns glücklich und zufrieden in das Hotel zurückbringen.
Wer den afrikanischen Kontinent bisher noch nicht bereist hat, wird sich in Marokko über einiges wundern. Die Religion spielt eine wesentliche Rolle. Trotzdem eignet sich dieses Land für eine rein touristische Reise. Die Unterschiede zu Europa sind weit geringer, als z.B. in Algerien oder Mauretanien. Die Grenzen zu diesen beiden Ländern sind übrigens gesperrt, Marokkos Beziehungen zu den Nachbarstaaten sind momentan angespannt.
Gute Reise !
© Dimitri Blinski
Dies ist der letzte Teil eines dreiteiligen Artikels von Dimitrie Blinski, der sich auf eine Reise von Berlin nach Marrakesch und Agadir begeben hat und uns seine Eindrücke und Erlebnisse schildert.
Posted 2 years, 4 months ago at 12:22 AM. Add a comment
Etwa 300 Kilometer Niemandsland, Dutzende Tiertransporte und genau so viele waghalsige Überholmanöver unseres Busfahrers später, sind wir in Agadir. Auf der Suche nach einem Taxi begegnen uns die ersten aufdringlichen Marokkaner. Der Fahrer nimmt uns mit für 30 Dirham, statt ursprünglich 50 (10DH = 1 €). Auf dem Weg zum Auto greift er nach meinem Koffer, obwohl doch mehrere Frauen in unserer kleinen Reisegruppe mit noch größerem Gepäck unterwegs sind.

Religion – Wir sind in einem muslimischen Land
Wir sind in einem muslimischen Land. In seinem alten Mercedes Benz, ich vermute ein ausgemustertes Modell aus Deutschland, erzählt mir der Taxifahrer davon, dass in Europa doch im Moment die Krise herrscht und das es keine Arbeit gebe. In Marokko gibt es nach wie vor viel zu tun. Er ist sichtlich stolz auf sein Land und lässt sich von uns Europäern nicht beeindrucken, obwohl wir doch keine Versuche dazu unternommen haben. Vielleicht wird er in seinem Krisendenken durch unsere harten Verhandlungen um den Fahrpreis bestärkt. Er fährt uns unterdessen durch die Stadt zu unserem Hotel.
Wo ist der Markt in Agadir ?
Nach dem Einchecken im Hotel beschließen wir den Markt zu besuchen. 20min Fußmarsch und zwei Taximinuten – Hier werden neben Obst und Gemüse auch Fleisch, Gewürze, Haushaltswaren und Keramikartikel angeboten. Am Stand 211 kommt uns ein junger Mann entgegen und erzählt in aufgeregter, aber nicht aufdringlicher Art, welches seiner Gewürze in Pyramidenform, wo Anwendung findet. Dann zeigt er uns Shampoo-Steine, die bei Wasserkontakt schäumen. Getrocknete Pflanzenblüten als natürliche Zahnstocher und schließlich einen Stein, der beim Befeuchten rote Farbe abgibt. Die Marokkaner nutzen diesen als Lippenstift. Ich hebe den Kopf und sehe über seinen unzähligen Gewürzgläsern die Deutsche Fahne.
xneues2 (15 von 17)
xneues2 (13 von 17)
xneues2 (1 von 17)
neues2 (16 von 17)
neues2 (12 von 17)
Flughafen Marrakesch © by Dimitri Blinski
Trinkwasserprobleme in Afrika
Er lädt uns zum Teetrinken ein. Wir nehmen in der Sitzecke seines 20 Quadratmeter großen Standes platz. In diesem Moment denke ich an die Worte aus meinem Reiseführer: „trinken Sie nie aus den Ihnen angebotenen Gefäßen“. Just in dieser Sekunde sehe ich, wie unser liebenswerter Marokkaner, in einem Plastikgefäß, auf dem Boden vor seinem Laden, die Gläser für den Tee kurz durchspült. Nun gibt es kein Zurück mehr. Beim Tee erzählt uns der 27jährige, dass die Männer hier mit 18 Jahren heiraten. Und das alle verheirateten Frauen Kopftücher tragen müssen. Ob er den verheiratet sei? Nein, der Laden gehört seinem Vater sagt er. Wäre es seiner, er wäre bereits verheiratet. Sein Bruder hat 17 Jahre in Frankfurt gelebt. Unser Verkäufer möchte selbst nicht nach Deutschland, er liebt die Marokkanischen Frauen, sie sind „süß wie Honig“.
© Dimitri Blinski
Dies ist der zweite Teil eines dreiteiligen Artikels von Dimitrie Blinski, der sich auf eine Reise von Berlin nach Marrakesch und Agadir begeben hat und uns seine Eindrücke und Erlebnisse schildert.
Posted 2 years, 4 months ago at 9:48 PM. Add a comment
Marrakesch ist ein facettenreicher, magischer Ort und eine der vier Königsstädte Marokkos, so heist es in den Reiseführern. Doch fest steht, dass ‘die rote Stadt’, wie Marrakesch auch genannt wird, wohl auf jeden Europäer sehr exotische wirkt und mehr hat von einem Märchen aus 1001 Nacht, als jede andere Stadt Marokkos. Ein guter Grund warum Marrakesch die Lieblingsstadt des Königs ist.
Berlin – Madrid – Marrakesch, 4:20 h Flugzeit und zwei Stunden Zeitverschiebung. Wir haben den Kontinent gewechselt und sind im Herzen Marokkos. Marrakesch liegt mit seinen 1,2 Mio Einwohnern etwa in der Mitte des westafrikanischen Staates. Marokko gilt als eines der fortschrittlichsten Länder in Afrika. Davon ist im Mittagsverkehr von Marrakesch noch nichts zu spüren. Hupen, wildes Überholen und eingespannte Esel sind wohl das Auffälligste auf den gefüllten Straßen. Die Armut ist spürbar, daneben schießen große Hotels aus dem Boden.
Wueste Maraokkos © by Dimitri Blinski
Sicht aus Bus © by Dimitri Blinski
Marrakesch © by Dimitri Blinski
Flughafen Marrakesch © by Dimitri Blinski
BHF Marrakesch © by Dimitri Blinski
Flagge zeigen die Marokkaner gerne und überall. Das pure Rot mit dem grünen Stern sticht aus dem sonst so grau-braunen Stadtbild heraus. Die Herzlichkeit der Marokkaner wird im Stadtbus deutlich. Der Busfahrer hält an, kommt zu uns nach hinten und zeigt auf seiner Karte, in welche Richtung wir laufen müssen. Er nimmt sich Zeit, obwohl andere Passagiere auf die Weiterfahrt warten.
Mit dem Bus von Marrakesch nach Agadir
Rund zwei Stunden nach der Landung sitzen wir wieder in einem Bus, dieses Mal auf der Fernstrecke Marrakesch – Agadir. Die Stadt liegt direkt am Ozean und gilt mit ihren langen Sandstränden als Touristenhochburg. Ganz unabhängig von Reisenveranstaltern und Pauschalreisen sind wir und ein französisches Paar als einzige Touristen im marokkanischen Linienverkehr unterwegs. Kurz nach Verlassen der staubigen, von Sand, Stein und Palmen dominierenden Stadt Marrakesch landen wir auf einer Fernverkehrstraße mit Weitblick. So weit das Auge sehen kann, nur aufgewirbelter Sand und Kakteen. Die Sonne scheint unermüdlich, Wolken sind nicht in Sicht. Das digitale Thermometer am Wegesrand zeigt 43° C. Links und rechts nur Mondlandschaft.
© Dimitri Blinski
Dies ist der erste Teil eines dreiteiligen Artikels von Dimitrie Blinski, der sich auf eine Reise von Berlin nach Marrakesch und Agadir begeben hat und uns seine Eindrücke und Erlebnisse schildert.
Posted 2 years, 4 months ago at 11:29 PM. Add a comment
Der Yellowstone Nationalpark befindet sich etwa 500 km noerdlich von Salt Lake City in den Bundesstaaten Wyoming, Idaho und Montana, wobei letztere nur mit kleinen Auslaeufern gestreift werden. Yellowstone gilt als der erste Nationalpark weltweit und ist mit einer Fläche von 8987 km² einer der groessten in den USA. Da sich fast der gesamte Park im Areal eines riesigen Vulkankrater befindet sind besonders viele geothermischen Quellen zu finden.
Geysire, Schlamm-Pools und wundervoll anzusehende Vulkanseen sind neben der vielfaeltigen Tierwelt das Herzstueck vom Yellowstone Nationalpark. Man muss noch nicht einmal einen der Kiliometer langen Wanderwege durch den Park nehmen um einem Bueffel oder Elch (Wapiti, nordamerikanischer Elch) zu begegnen. Die Tiere sind an die vielen Besucher gewoehnt und lassen sich selbst am Strassenrand stehend nicht aus der Ruhe bringen. Auch Baeren und Woelfe streifen durch die Waelder des Parks, doch diese sind bei weitem nicht so einfach zu erblicken und eine Begegnung waere auch weitaus gefaehrlicher.

Der Name des Nationalparks stammt vom Yellowstone River, welcher durch den Park fliest. Die Bakterien, welche in dem von geothermischen Quellen erhitztem Wasser leben, faerben die Steine des Flusses an einer bestimmten Stelle gelb und daher stammt der Name. Zum Schutz dieser einzigartigen Flora und Faune wurde der Nationalpark gegruendet und im Jahr 1978 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklaert.
Von Salt Lake City zum Yellowstone Nationalparkt
Gestartet in Salt Lake City ging es mit dem Motorrad ueber die UT 39 (Landstrasse) nordwaerts durch Utah bis zum Bear Lake welcher an der UT 30 liegt. Der UT 89 folgend ging es weiter Richtung Jackson am suedlichen Rand des Grand Teton Nationalparks, welcher direkt an den Yellowstone Nationalpark anschliesst. Die letzte groessere Stadt vor dem Nationalpark ist JacksonEts touristische aber sehr schon im Wild West Stil gehalten. Auf Weg Richtung Norden kommt man an typischen kleinen, wirklich amerikanischen Orten und sehr viel Farmland vorbei. Bei den Beschilderungen konnte man allerdings froh sein, dass das TomTom Rider dabei war, denn zwischenzeitlich ist der Straßenverlauf schon irritierend. Grosse Trucks und auffallend viele Harley Davidsons kommen einem entgegen. Dank der guenstigen Benzinpreise hier, von umgerechnet 74 Euro Cent/Liter, kommt man mit 15 Euro 300 km weit. Wenn man bedenk, das das Motorrad voll bepackt ist mit Camping-Equipment und Gepaeck fuer knapp 10 Tage, ist das wirklich unglaublich.
Zeltplaetze und Hotels
Campingplaetze gibt es in den Nationalparks und entlang der Strecke einige, meist gemuedlich inmitten der Natur an einem See oder kleinem Fluss gelegen. Innerhalb des Yellowstone Nationalparks gibt es von der Luxus Lodge, ueber kleine Campervans zum mieten, bis hin zu normalen Zeltplaetzen eine Unterkunft fuer jeden Geldbeutel. Der am Lake Yellowstone gelegene Campingplatz Grand Campside ist nicht weit von einem kleinen Strand entfernt und wunderschoen im Wald gelegen.
Geysiere und Mud-Pools
Der Old Faithful Geysiere gilt als die bedeutenste Attracktion des Yellowstone Nationalparks. Etwa alle 30 Minuten blaesst der Geysier kochend heisses Wasser bis auf eine Hoehe von bis zu 55 Metern in die Luft. Das klingt wirklich beeindruckend, jedoch gibt es wie ich finde noch weitaus schoenere Geysier-Becken im Nationalparkt zu sehen. West Thumb und das Midway Geyser Basin bergen vulkanische Seen und kleinere Pools, welche durch die in ihnen lebenden thermophilen Bakterien und Algen wunderschoene Farben annehmen. Gerade in den kaelteren Monaten steigt der heisse Dampf der Quellen nur langsam auf und erzeugt eine besonders mystische Atmosphaere.
Posted 2 years, 5 months ago at 7:20 PM. Add a comment