Als ich am Morgen nach unserer Treckingtour aus dem Fenster schaue bedeckt eine hauchdünne Schneedecke den Garten vor dem Haus und die umgebenen Reisfelder. Der Boden ist gefroren und Eiszapfen haben sich an den kleinen Wasserlaufen gebildet. Der Winter bricht herein und wir machen uns auf dem Weg zurück nach Leh.
Früh am Morgen taucht die Sonne die schneebedeckten Berggipfel Ladakhs in rotgoldenes Licht. Mount Nam Khaigo, dessen Gipfel wir gestern noch erklommen haben, ist umhüllt von einer dicken Wolkendecke, welche nicht einmal dessen Umrisse erahnen lässt.

Es ist etwa acht Uhr morgens als wir den Bus nach Leh nehmen und es uns zwischen Reissäcken und Kisten auf den hinteren Sitzen bequem machen. Viele Mütter mit ihren in Decken eingepackten Babys nehmen den Bus nach Leh. Wie auch Stancins Frau steigen sie am 30 Kilometer entfernten Krankenhaus aus um ihre Kinder untersuchen zu lassen. Aus jedem der kleinen Bündel erklingt ein leises Husten, das kalte Wetter fordert seinen Tribut. Auf der Stirn der Babys sehe ich einen schwarzen Punkt, welcher ihnen als Zeichen einer möglichen ansteckenden Krankheit aufgemalt wurde.
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Posted 2 years, 2 months ago at 2:51 PM. Add a comment
Leh ist bekannter Ausgangsort für Bergtouren und mehrtägige Wanderungen in die Himalajas. Läuft man durch die Strassen der kleinen Stadt findet man eine ganze Reihe von Angeboten in den Reisebüros, welche Ausflüge mit Gepäckeseln, Guide, Koch und Zelten organisieren. Die komplette Ausrüstung für Bergtouren in die kalten Höhenlagen kann man hier ausleihen.
Doch so weit hinauf wollen wir gar nicht. So ganz ohne Höhentraining in die Himalajas zu klettern ist wohl nicht die beste Idee, außerdem möchten wir nicht auf einen Bergführer und sein ganzes Team von Köchen angewiesen sein. Wir entschließen uns auf eigene Faust zu einem der buddhistischen Kloster aufzubrechen und von dort aus eine kleine Tour in die Berge zu starten.

In den meisten kleineren Orten entlang der Wanderrouten kann man in Home Stays übernachten. Wie der Name schon sagt, kommt man im Haus einer der Familien unter, welche in den Bergen leben und noch ein Zimmer für Gäste frei haben. Die Unterkünfte sind meist eine Tageswanderung voneinander entfernt und so braucht mal kein Zelt mitnehmen und nur Wasser und Verpflegung für einen Tag, was den Rucksack um einiges leichter macht.
Mit dem Bus von Leh nach Likir
Am Morgen machen wir uns zum 62 Kilometer entfernten Ort Likir auf. Nach fast einer Stunde Fußmarsch aus dem Zentrum der Stadt hinaus Richtung Manali und erfolglosen Versuchen per Anhalter zu fahren, erwischten wir einen Bus nach Spituk. Von dort geht es mit dem nächsten Bus, der nur einmal am Tag fährt, weiter nach Likir. Wir haben großes Glück und warten nur gut fünf Minuten, dann sind wir wieder unterwegs. Aus den gequälten Lautsprechern hinter mir dudelt quirlige Hindi-Musik und als wir eine der Stupas passieren, legt der Herr neben mir seine Fingerspitzen aneinander und versinkt in ein kurzes Gebet. Continue Reading…
Posted 2 years, 2 months ago at 1:30 PM. Add a comment
Wegen der Vielzahl buddhistischer Kloster, Tempel und Schreine wird die Region Ladakh in Indiens Norden auch Klein Tibet genannt. Die Kloster sind noch heute bewohnt und in viele wurden bereits die Jahrhunderte alten Wandmalereien restauriert.
Die buddhistische Kultur ist allgegenwärtig. Auf den meisten Anhöhen und Felsen zwischen einem Kloster und dem Nächsten flattern Gebetsfahnen im Wind oder ragen die kreisrunden Stupas in den Himmel.

Die Stupas sind Zeitkapseln in deren Innern sich die Asche verstorbener Lamas befindet oder ein Mantra, welches mit dem Wind weiter getragen wird. Die beiden interessantesten buddhistischen Orte, welche leicht von Leh mit dem regionalen Bus zu erreichen sind, sind die Thiksey Gompa und der Shey Palast. Continue Reading…
Posted 2 years, 2 months ago at 1:01 PM. Add a comment
Leh an sich ist schon eine Reise wert, bevor man die Sehenswürdigkeiten der auf 3500 Höhenmetern gelegenen Stadt auskundschaftet. Ganz im Norden Indiens gelegen gehört Leh schon fast zum tibetischen Hochland, welches hier spürbar seine Fühler hin ausstreckt. Tibetische Restaurants prägen das Stadtbild genau so, wie die Märkte auf denen Hand gearbeiteter Schmuck, Schnitzereien und warme Kleidung im farbenfrohen tibetischen Stiel angeboten werden.
Der buddhistische Glaube ist vorherrschend in Leh und so gilt die Region sogar als Vorreiter des tibetischen Buddhismus, welcher hier seine Anfänge fand und erst im 8. Jahrhundert nach Tibet überschwappte. Ein Einblick in diese für mich fremde Kultur zu erhalten verspricht interessant zu werden.

Als Hauptort der Region Ladakh ist Leh der Ausgangsort für Treckingtouren und Ausflüge in die Berge, sowie zu den Gompas (Buddhistische Klöster) der Gegend. Leh hat neben dem alten Plast natürlich sein eigenes Gompa auf einem Felsen oberhalb der Stadt, ganz wie es sich gehört. Continue Reading…
Posted 2 years, 3 months ago at 9:44 AM. Add a comment