Jammu ist die letze der drei Regionen im Bundesgebiet Jammu & Kashmir welche wir auf dem Weg nach Punjab besuchen. Als touristische Hauptattraktion gilt hier der Ragunath Temple Complex, welcher zu Ehren des gesamten Hindi Pantheon erbaut wurde und dieses umfasst bekanntlich mehrere Hundert Götter, Heilige und deren Familien. Aus diesem Grund wird der Tempelkomplex auch der “Tempel der sechshundert Götter“ genannt.

Als wir uns gegen Nachmittag einen Jeep in Anantnag Richtung Jammu angeln, sind wir der festen Überzeugung in etwa drei Stunden gegen Sonnenuntergang in Jammu anzukommen, doch weit gefehlt.
Laut Karte sind es etwa 200 Kilometer bis zur Winterhauptstadt dieser Region Indiens, doch was wir dem etwas veralteten Papier nicht entnehmen konnten, war der Zustand der Straße.
Jeep Tour nach Jammu
Etwa acht Stunden rattert unser Jeep mit seinen Insassen über Serpentinen an Armee-Trucks und überladenen Lastwagen vorbei die letzten Ausläufer des Himalayas hinunter. Die es gibt nur eine Straße, welche nach Süden zum nächsten Haupthandelszentrum führt und so fahren hier hunderte Trucks rund um die Uhr über die Schotterpisten entlang der flach auslaufenden Berghänge. Mehrere Meter unterhalb der Buckelpiste gräbt sich der Indus River schon seit Jahrtausenden seinen Weg durch die Hügelkette ins südlichere Flachland. Wieder hängt dichter Staub in der Luft, doch wir haben unsere Erfahrungen mit der dicken Luft auf indischen Fernverkehrsstraßen gemacht und bedecken Mund und Nase mit unseren Arztmasken. Der typische Geruch von Abgasen sticht mir zwar trotzdem noch in die Nase, doch der Reizhusten und die Halsschmerzen bleiben diesmal aus. Umweltschutz und Abgasnorm sind eindeutig Fremdwörter in den meisten Teilen des Landes.
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Posted 2 years, 1 month ago at 5:15 PM. 2 comments
Indien ist das Land unzähliger Wunder, der wohl meisten Heiligen und das einzige Land in dem so viele verschiedene Glaubensrichtungen friedlich nebeneinander praktiziert werden, ja sogar munter gemixt werden. Die heilige Mutter Maria wird hoch verehrt, doch ist der hinduistische Glaube so stark verankert im Leben der Menschen, dass sie teilweise als eine von vielen Gottheiten angesehen wird.
Wie dem auch sei, Indiens heilige Orte sind nicht nur Tempel, Kirchen und Moscheen, es können genauso gut kleine Schreine am Wegesrand oder beschauliche Dörfer sein, zu denen Gläubige aus der ganzen Welt pilgern.

Der Grund dafür ist, dass diese Orte einem der Heiligen, der Sufi Babas, gewidmet sind, die entweder dort leben oder dort gestorben sind. Sufis tun Gutes, geben Ratschläge, heilen Kranke und wirken Wunder. Continue Reading…
Posted 2 years, 2 months ago at 11:37 AM. 1 comment
Um dem baldigen Schneechaos und der etwa zehnstündigen Autofahrt über dem Bergpass zwischen Leh und Srinagar zu entkommen, nehmen wir einen der Flüge, welche Leh zwei Mal die Woche verlassen. Der kleine Flughafen befindet sich auf einem Militärstützpunkt und unsere Tickets werden schon am Eingangstor gecheckt, sowie beim Betreten des Gebäudes, bei der Sicherheitskontrolle und zu guter letzt am Ticketcounter. Denn Sicher ist Sicher!
Am Sicherheitscheck bewegt sich die Schlange von Soldaten zähflüssig durch die Kontrolle, während die der Zivilisten nur etwa halb so lang ist und für den Moment recht zügig voran kommt. Wir reihen uns in Letztere ein.

Ich bin überrascht wie zivilisiert sich unsere Schlange der Kontrolle nähert, wahrscheinlich liegt es an der verstärkten Militärpräsens. Bis jetzt war ich in Indien anderes gewöhnt.
Jeder will der Erste sein
Wenn man sich in Indien für etwas anstellt, gibt es in der Regel keine wirkliche Schlange. Es läuft eher so ab, dass man sich durch die Menge quetscht und versucht mit aller Kraft ganz nach vorn durch zu dringen. Dort angekommen fuchtelt man dann lauthals mit seinem Ticket oder Geld wild herum um die Aufmerksamkeit des Verantwortlichen auf der anderen Seite des Counters auf sich zu lenken. Ist dies geschafft gilt es in deutlichen und leicht verständlichen Worten sein Begehren vorzubringen. Nebenbei sollte man aber nicht vergessen sich mit Ellenbogen gegen die von hinten heran stürmende Menge zu wehren, denn es kann leicht passieren, dass sich ein Wagemutiger heranschleicht und deine Siegessicherheit ausnutzt um seinerseits sein Glück zu versuchen. Diese in vielen Städten doch recht westlich eingestimmte Kultur Indiens kommt mir in solchen Fällen wieder vollkommen befremdlich vor. Wie auch immer, wir verlassen Leh diesmal ohne dieses Gedränge und Geschubse. Continue Reading…
Posted 2 years, 2 months ago at 2:33 PM. 3 comments