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Meine Rundreise durch Nordindien und Rajasthan war einer der interessantesten Trips die ich bis jetzt unternommen habe. Gerade der starke Kontrast zwischen dem Leben in den smokbelasteten, überbevölkerten Städten und den ursprünglichen, menschenlehren Bergregionen hat mich fasziniert.
Indien ist ein Land voller krassester Gegensätze! Wo in den großen Städten wie New Delhi, Agra und Jaipur die verschmutzte Luft in allgegenwärtigen grauen Schleiern über den Dächern hängt, der Verkehr auf den Straßen Tag und Nacht einen hupenden Geräuschteppich bildet und grelle Farben gegen beißende Gerüche um unsere Aufmerksamkeit kämpfen sind die ländlichen Regionen einfach nur eins – friedlich.

Die Luft ist kühl und frisch, der Himmel blau und das Lächeln der Menschen aufrichtig. In den Ausläufern der Himalaja Berge, ganz nah an der Grenze zu Nepal, sind kleine Dörfern und buddhistische Tempel an den Hängen der kargen Felsen das einzige Zeichen von Zivilisation. Eine steinige, unbefestigte Straße über einen Bergpass ist er einzige Weg hinauf in den äußersten Norden Indiens, nach Ladakh im Bundesstaat Jammu & Kashmir. Hier herrscht im Gegensatz zum großen Rest des Landes die buddhistische Lebensphilosophie vor, welche ein friedliches Miteinander lehrt. Doch der Friede täuscht. An Kashmirs Westgrenze zu Pakistan, dem berüchtigten Tiger Hill, hat der Krieg seine Spuren hinterlassen und nicht nur dort. Continue Reading…
Posted 1 year, 5 months ago. Add a comment
Während meiner Tour durch Indien über zweieinhalb Monate habe ich viel erlebt, wie ihr hier in meinem Reiseblock verfolgen konntet. Ich hatte sehr viel Interessantes, Kurioses und Bewegendes zu berichten und habe nach wie vor noch viele unerzählte Geschichten in meiner Schublade, doch nun ist es Zeit Abschied zu nehmen und nach Vorn zu blicken.
Aus dem ewig schwül-warmen vom Smog eingeschlossenen New Delhi, wo uns an unserem letzten Tag das erste und einzige Mal ein blauer Himmel entgegen strahlte, ging es direkt mit dem Flugzeug nach Europa zurück.

Die Gerüche, Geräusche und Eigenheiten Indiens, an die wir uns am Ende wenn auch nicht ganz, aber doch ein bisschen gewöhnt hatten waren auf einmal wie weggeblasen, als wir auf dem Flughafen in Amsterdam strandeten.
Kulturschock in Amsterdam
Die indische Lebensweise, welche wie die schwere Luft in unseren Alltag eingesickert war verursachte nun einen Kulturschock, gewaltiger noch, als bei der Ankunft in New Delhi vor genau 10 Wochen. Wo die verschmutzte Luft beim öffnen des Gates am Indira Gandhi Flughafen wie eine graue Nebelbank auf uns zu quoll, waren es nun die blitzblanken Fussböden und durchsichtig geschruppten Fensterscheiben (ohne Brüche!) welche uns in die Augen stachen. Effiziente Schnelligkeit steuerte diesen Lebenswandel und nicht das scheinbar organisierte Chaos welches den Alltagsfluss lähmt. Continue Reading…
Posted 1 year, 10 months ago. 1 comment
Das wohl meist genutzte öffentliche Verkehrsmittel in Indien ist nicht etwa der Bus sondern die Bahn. Das liegt zum einen daran, dass sich schätzungsweise nur etwa 5% der dort lebenden Menschen ein Flugticket oder ein Auto leisten können und zum anderen, dass es oft mehrere Tage dauern kann bis man seinen Bestimmungsort erreicht hat.
Und drei Tage in einem Zug mit Schlafpritsche zu verbringen und dabei von den fliegenden Händlern mit Essen und Tee versorgt zu werden ist bei weitem komfortabler, als sich mit zehn Leuten ein Auto zu teilen.

Abgesehen davon, dass das Reisen per Auto oder Bus meist langsamer voran geht, wenn man Städte und Handelsknotenpunkte erreicht – Stau, das übliche Chaos auf den Straßen sowie der ein oder andere Unfall sind hier vorprogrammiert.
Reisen mit dem Zug durch Indien
Um die Kultur und die Menschen Indiens besser kennen zu lernen und nicht zuletzt auch Geld zu sparen, reist man am besten mit dem Zug durch Indien. Längst nicht alle touristisch interessanten Orte sind mit der indischen Bahn zu erreichen, aber doch zumindest die größeren Städte, welche man als Ausgangsort für die nächste Tour nutzen kann. Und so verhielt es sich auch auf meiner Indienreise, mit dem Zug waren wir meist um die 10 Stunden unterwegs und erwachten in einem vollkommen neuen Teil des Landes. Meist reisten wir per Nachtzug, da die Zeit dann einfach schneller verfliegt und man auf jeden Fall eine Hotelübernachtung spart. Außerdem ist es einfach ein spezielles Erlebnis mit diesen mindestens 80 Jahre alten Zügen durch die weiten Steppen, Wüsten oder Wälder Indiens zu fahren. Continue Reading…
Posted 1 year, 11 months ago. Add a comment
Ganz in der Nähe von Amritsar mit seinem Goldenen Tempel, dem Heiligtum der Sikh, gibt es noch eine weitere Attraktion welche in- und ausländische Touristen in Strömen anzieht – der Grenzposten in Wagha. Hier wird jeden Tag der Grenzübergang zum ehemals feindlichen Pakistan mit einer feierlichen Militärzeremonie geschlossen und es geht zu, wie auf dem indischen Neujahrsfestival (Diwali).
Der Verkehr wird immer dichter als wir uns in der kleinen Auto-Rikscha dem Grenzabschnitt in Wagha nähern. Um Punkt 17:30 Uhr ist hier jeden Abend die Hölle los.

Wenn sich die Soldaten auf beiden Seiten der Grenze in ihren besten Ausgehuniformen gegenüber stehen werden Drohgebärden und High-Kicks ausgetauscht – die Menge brodelt!
Wagha: Grenzabschnitt zu Pakistan
Als wir gegen 17 Uhr in Wagha ankommen wird uns bewusst, dass die sonst so lapidare Pünktlichkeit der Inder hier ganz genau genommen wird. Es sind bereits tausende Menschen vor Ort. Von ganzen Schulklassen, welche mit ihren Schulbussen angereist sind, bis hin zu alten Ladys in teuren Saris. Die gewohnte Scharr fliegender Händler versucht natürlich auch hier ihr Geschäft zu machen und so werden den Zuschauern DVDs der ‘Veranstaltung‘ und indische Papierflaggen verkauft. Wir bewegen uns mit der Menge in die einzig mögliche Richtung, zu den Sicherheitskontrollen. Wie an vielen Sehenswürdigkeiten oder Heiligtümern in Indien werden wir überprüft, doch diesmal ist es sogar für Frauen verboten Taschen mit hinein zu nehmen. Wir waren zum Glück vorgewarnt, denn in unserem Reiseführer haben wir einige nützliche Information gefunden. Nur mit unseren Kameras ausgerüstet gibg es weiter, denn Fotos sind natürlich erlaubt und sogar mehr als erwünscht. Continue Reading…
Posted 1 year, 11 months ago. 1 comment
Jedes Jahr ist die Pushkar Mela, das Kamelfestival, eines der Großereignisse in Rajasthan. Tausende Händler und Schaulustige pilgern in die heilige Wüstenstadt um Teil an diesem Schauspiel zu nehmen und so zieht es auch uns in die sonnenverbrannte Trockenheit, an die Ufer des heiligen Sees von Pushkar.
13 Kilometer von Ajmer entfernt scheint Pushkar wie eine Oase der Farben und Fröhlichkeit inmitten der staubtrockenen Steppen der Thar Wüste. Hier sieht man Indien, wie in einem Märchen aus 1001 Nacht.

Schillernd bunte Verkaufsstände, orientalische Klänge und unbekannte Düfte betören die Sinne jedes Besuchers in einer waren Flut von Eindrücken, so auch meine. Als ich zu einem ersten Rundgang durch die engen Gassen von Pushkar schlendere, lasse ich mich einfach vom Strom der Menschen mitreißen und treibe wie ein kleines Touristenboot entlang der Gaths und unzähligen Tempel. Wie in einem Aladin-Film taucht ein Schlangenbeschwörer vor mir auf, mit einem breiten Turban auf dem Kopf und hält mir seinen Korb genau vor die Nase. Eine hochgiftige Königskobra steckt ihren Kopf heraus und züngelt mich an, ihr elegant schwarzer Körper bewegt sich in hecktischen Windungen – ich gehe auf Abstand!
Ankunft in Pushkar
Nach einer waren Odyssee erreichen wir Pushkar mit dem Bus von New Delhi nach 12 Stunden, einer wirklich langen Nacht und einer Reifenpanne kurz vor unserem Ziel. Die Sonne steht bereits hoch am Himmel, es ist heiß und die Mela bereits in vollem Gange. Wir orientieren uns an einer Gruppe Touristen, welche sich ins Zentrum der Stadt bewegt und entfliehen der erwachenden Wüstenstadt kurz darauf auch schon wieder. Fürs erste gibt es auf der Dachterrasse eines Restaurants den ersten morgendlichen Kaffee obwohl es mittlerweile fast zwölf Uhr mittags ist. Die Aussicht ist wunderbar, historische Tempelbauten und Wohnhäuser lassen den Glanz dieser Jahrhunderte alten Handelsstadt erahnen. Dahinter erstrecken sich kegelförmige Berge und die Wüste. Continue Reading…
Amritsar ist bekannt als die Stadt, welche den ‘Goldenen Tempel’ der Sikh beherbergt. Dieses Heiligtum der jüngsten monotheistischen Religion der Welt ist Innen wie außen vollständig mit Blattgold bedeckt und definitiv sehenswert.
Es ist mitten in der Nacht als wir Amritsar erreichen und es ist auch schon nach Sonnenuntergang als ich den Goldenen Tempel das erste mal betrete. Hunderte Menschen durch schreiten das kleine Wasserbecken am südlichen Eingangsbereich der Tempelanlage selbst zu fortgeschrittener Stunde.


Eine Sikh-Wache, leicht erkennbar durch die traditionelle Kleidung, einen zwei Meter langen Sperr in der Hand und den Turban auf dem Kopf, sorgt dafür, dass wir vor dem Betreten der Anlage unsere Schuhe ausziehen und unseren Kopf mit einem Tuch bedecken. Dann patschen ach wir durch das seichte Wasserbecken und reinigen, zumindest symbolisch, unsere Füße vom Dreck der Stadt.
Amritsar die Stadt der Sikh
Amritsar ist der Ort an dem die muslimische und hinduistische Religion aufeinander treffen. Denn der Glaube der Sikh wurde mir von ihren Anhängern oft als eine Religion beschrieben, welche alle positiven Aspekte des Muslimischen und Hinduistischen vereinigt. Trotzdem ich in meiner Zeit in Indien viele Religionen kennen gelernt habe, ist es dennoch schwierig für mich diese Aspekte zu sehen. Klar ist allerdings, dass ich einen Sikh auf der Straße nun jeder Zeit wieder erkennen würde und sogar seinen Namen wüsste. Continue Reading…
Posted 2 years ago. 1 comment
Jammu ist die letze der drei Regionen im Bundesgebiet Jammu & Kashmir welche wir auf dem Weg nach Punjab besuchen. Als touristische Hauptattraktion gilt hier der Ragunath Temple Complex, welcher zu Ehren des gesamten Hindi Pantheon erbaut wurde und dieses umfasst bekanntlich mehrere Hundert Götter, Heilige und deren Familien. Aus diesem Grund wird der Tempelkomplex auch der “Tempel der sechshundert Götter“ genannt.

Als wir uns gegen Nachmittag einen Jeep in Anantnag Richtung Jammu angeln, sind wir der festen Überzeugung in etwa drei Stunden gegen Sonnenuntergang in Jammu anzukommen, doch weit gefehlt.
Laut Karte sind es etwa 200 Kilometer bis zur Winterhauptstadt dieser Region Indiens, doch was wir dem etwas veralteten Papier nicht entnehmen konnten, war der Zustand der Straße.
Jeep Tour nach Jammu
Etwa acht Stunden rattert unser Jeep mit seinen Insassen über Serpentinen an Armee-Trucks und überladenen Lastwagen vorbei die letzten Ausläufer des Himalayas hinunter. Die es gibt nur eine Straße, welche nach Süden zum nächsten Haupthandelszentrum führt und so fahren hier hunderte Trucks rund um die Uhr über die Schotterpisten entlang der flach auslaufenden Berghänge. Mehrere Meter unterhalb der Buckelpiste gräbt sich der Indus River schon seit Jahrtausenden seinen Weg durch die Hügelkette ins südlichere Flachland. Wieder hängt dichter Staub in der Luft, doch wir haben unsere Erfahrungen mit der dicken Luft auf indischen Fernverkehrsstraßen gemacht und bedecken Mund und Nase mit unseren Arztmasken. Der typische Geruch von Abgasen sticht mir zwar trotzdem noch in die Nase, doch der Reizhusten und die Halsschmerzen bleiben diesmal aus. Umweltschutz und Abgasnorm sind eindeutig Fremdwörter in den meisten Teilen des Landes.
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Posted 2 years, 1 month ago. 2 comments
Indien ist das Land unzähliger Wunder, der wohl meisten Heiligen und das einzige Land in dem so viele verschiedene Glaubensrichtungen friedlich nebeneinander praktiziert werden, ja sogar munter gemixt werden. Die heilige Mutter Maria wird hoch verehrt, doch ist der hinduistische Glaube so stark verankert im Leben der Menschen, dass sie teilweise als eine von vielen Gottheiten angesehen wird.
Wie dem auch sei, Indiens heilige Orte sind nicht nur Tempel, Kirchen und Moscheen, es können genauso gut kleine Schreine am Wegesrand oder beschauliche Dörfer sein, zu denen Gläubige aus der ganzen Welt pilgern.

Der Grund dafür ist, dass diese Orte einem der Heiligen, der Sufi Babas, gewidmet sind, die entweder dort leben oder dort gestorben sind. Sufis tun Gutes, geben Ratschläge, heilen Kranke und wirken Wunder. Continue Reading…
Posted 2 years, 2 months ago. 1 comment