Goodbye Indien – Flug zurück nach Berlin
Während meiner Tour durch Indien über zweieinhalb Monate habe ich viel erlebt, wie ihr hier in meinem Reiseblock verfolgen konntet. Ich hatte sehr viel Interessantes, Kurioses und Bewegendes zu berichten und habe nach wie vor noch viele unerzählte Geschichten in meiner Schublade, doch nun ist es Zeit Abschied zu nehmen und nach Vorn zu blicken.
Aus dem ewig schwül-warmen vom Smog eingeschlossenen New Delhi, wo uns an unserem letzten Tag das erste und einzige Mal ein blauer Himmel entgegen strahlte, ging es direkt mit dem Flugzeug nach Europa zurück.

Die Gerüche, Geräusche und Eigenheiten Indiens, an die wir uns am Ende wenn auch nicht ganz, aber doch ein bisschen gewöhnt hatten waren auf einmal wie weggeblasen, als wir auf dem Flughafen in Amsterdam strandeten.
Kulturschock in Amsterdam
Die indische Lebensweise, welche wie die schwere Luft in unseren Alltag eingesickert war verursachte nun einen Kulturschock, gewaltiger noch, als bei der Ankunft in New Delhi vor genau 10 Wochen. Wo die verschmutzte Luft beim öffnen des Gates am Indira Gandhi Flughafen wie eine graue Nebelbank auf uns zu quoll, waren es nun die blitzblanken Fussböden und durchsichtig geschruppten Fensterscheiben (ohne Brüche!) welche uns in die Augen stachen. Effiziente Schnelligkeit steuerte diesen Lebenswandel und nicht das scheinbar organisierte Chaos welches den Alltagsfluss lähmt.
Eine Welt voll Style, Glamour und Geld
Total überflutet von Reizen und todmüde fühlte ich mich in der Eingangshalle des Amsterdamer Flughafens wie Alice im Wunderland. Mannshohe Weihnachtsdekoration baumelte in 20 Metern Höhe von der Decke, wie übergroße reife Früchte welche das Licht in allen Spektralfarben gleisend zurück werfen – richtig, es ist Mitte Dezember, Weihnachten steht vor der Tür. Eine Edelboutique säumt die Nächste, rote Angebots-Schildchen und schick hergerichtete Schaufenster laden die Passanten zur Schnäppchenjagt ein während diese, fein zurecht gemacht mit ihren Rollköfferchen in der einen Hand und Coffee-to-go in der Anderen vorbei hechten. Die Preise für Snacks und Getränke sind mehr als 10 Mal höher als auf den Märken in Paharganj und kommen ‘frisch‘ aus der Tiefkühltruhe. Ich verspüre eine tiefe Abneigung gegen diese fremde Kultur, wo Style, Glamour und Geld regieren. Ist das wirklich dieselbe Welt, die ich Anfang Oktober verlassen hatte? Ja, das ist sie und so langsam kommt alles wieder – die Prioritäten sind Andere, das Leben hier ist ein Anderes!
Willkommen zurück in Berlin
Nach drei Stunden Aufenthalt im Wunderland ist wird unser Flug zurück nach Berlin ausgerufen. In wenigen Stunden werde ich wieder zu Haus sein. Es kommt mir vor als währen Jahre vergangen und ich freue mich auf den Moment in dem das Flugzeug in Berlin Tegel den Boden berührt. Der erst Schock ist überwunden und die Müdigkeit legt sich nach etlichen Stunden Flugzeit schwer auf meine Glieder. Und dann taucht das Flugzeug ab in eine graue Wolkendecke und die Baumkronen des Grunewalds tauchen auf. Vollkommen in Weiß gehüllt begrüßt uns Berlin mit dem ersten Neuschnee in diesem Winter. Ich blicke hinab auf diese quirlige Stadt und bin fasziniert, genau wie von Indien!
April 13th, 2010 at 12:01 AM
Großartig geschrieben! Toll das du zurück gekommen bist