Während meiner Tour durch Indien über zweieinhalb Monate habe ich viel erlebt, wie ihr hier in meinem Reiseblock verfolgen konntet. Ich hatte sehr viel Interessantes, Kurioses und Bewegendes zu berichten und habe nach wie vor noch viele unerzählte Geschichten in meiner Schublade, doch nun ist es Zeit Abschied zu nehmen und nach Vorn zu blicken.
Aus dem ewig schwül-warmen vom Smog eingeschlossenen New Delhi, wo uns an unserem letzten Tag das erste und einzige Mal ein blauer Himmel entgegen strahlte, ging es direkt mit dem Flugzeug nach Europa zurück.

Die Gerüche, Geräusche und Eigenheiten Indiens, an die wir uns am Ende wenn auch nicht ganz, aber doch ein bisschen gewöhnt hatten waren auf einmal wie weggeblasen, als wir auf dem Flughafen in Amsterdam strandeten.
Kulturschock in Amsterdam
Die indische Lebensweise, welche wie die schwere Luft in unseren Alltag eingesickert war verursachte nun einen Kulturschock, gewaltiger noch, als bei der Ankunft in New Delhi vor genau 10 Wochen. Wo die verschmutzte Luft beim öffnen des Gates am Indira Gandhi Flughafen wie eine graue Nebelbank auf uns zu quoll, waren es nun die blitzblanken Fussböden und durchsichtig geschruppten Fensterscheiben (ohne Brüche!) welche uns in die Augen stachen. Effiziente Schnelligkeit steuerte diesen Lebenswandel und nicht das scheinbar organisierte Chaos welches den Alltagsfluss lähmt. Continue Reading…
Posted 1 year, 10 months ago at 1:49 PM. 1 comment
Um dem baldigen Schneechaos und der etwa zehnstündigen Autofahrt über dem Bergpass zwischen Leh und Srinagar zu entkommen, nehmen wir einen der Flüge, welche Leh zwei Mal die Woche verlassen. Der kleine Flughafen befindet sich auf einem Militärstützpunkt und unsere Tickets werden schon am Eingangstor gecheckt, sowie beim Betreten des Gebäudes, bei der Sicherheitskontrolle und zu guter letzt am Ticketcounter. Denn Sicher ist Sicher!
Am Sicherheitscheck bewegt sich die Schlange von Soldaten zähflüssig durch die Kontrolle, während die der Zivilisten nur etwa halb so lang ist und für den Moment recht zügig voran kommt. Wir reihen uns in Letztere ein.

Ich bin überrascht wie zivilisiert sich unsere Schlange der Kontrolle nähert, wahrscheinlich liegt es an der verstärkten Militärpräsens. Bis jetzt war ich in Indien anderes gewöhnt.
Jeder will der Erste sein
Wenn man sich in Indien für etwas anstellt, gibt es in der Regel keine wirkliche Schlange. Es läuft eher so ab, dass man sich durch die Menge quetscht und versucht mit aller Kraft ganz nach vorn durch zu dringen. Dort angekommen fuchtelt man dann lauthals mit seinem Ticket oder Geld wild herum um die Aufmerksamkeit des Verantwortlichen auf der anderen Seite des Counters auf sich zu lenken. Ist dies geschafft gilt es in deutlichen und leicht verständlichen Worten sein Begehren vorzubringen. Nebenbei sollte man aber nicht vergessen sich mit Ellenbogen gegen die von hinten heran stürmende Menge zu wehren, denn es kann leicht passieren, dass sich ein Wagemutiger heranschleicht und deine Siegessicherheit ausnutzt um seinerseits sein Glück zu versuchen. Diese in vielen Städten doch recht westlich eingestimmte Kultur Indiens kommt mir in solchen Fällen wieder vollkommen befremdlich vor. Wie auch immer, wir verlassen Leh diesmal ohne dieses Gedränge und Geschubse. Continue Reading…
Posted 2 years, 2 months ago at 2:33 PM. 3 comments
Srinangar ist der Himmel auf Erden. Srinagar ist für Delhi, wie die Ostsee für Berlin – der Ort an den man kommt um dem Trubel der Großstadt zu entfliehen. Srinagar liegt etwa 400 Kilometer nördlich von Delhi in der Region von Kashmir und Jammu.
Mehrere große Seen in Srinagar bilden eine Einheit mit dem Stadtgebiet und so sieht man manchmal gar nicht wo die Hausboote aufhören und die Gebäude auf dem Festland beginnen. Zwischen drinnen findet man einfache Holzhäuser auf Stelzen im Wasser stehend.

Wie in Venedig schieben sich bunte Gondeln durch die Kanäle zwischen den bewohnbaren Booten. Schwimmende Händler mit einer Auswahl an Tüchern, Ketten oder Blumen haben die flinken Straßenhändler abgelöst. Alles ist ruhiger und gesitteter, für indische Verhältnisse und die uns etwas fremde Kultur. Wo wir uns zu Land in Rikschas auf huckeliger Piste durch den Verkehr gezwängt haben, finden wir uns nun zwischen gemütlichen Kissen an Bord einer Shikara wieder, dem indischen Wassertaxi.
Flug von New Delhi nach Srinagar
Von Delhi sind wir kurzer Hand nach Srinagar geflogen. Inlandflüge sind in Indien recht günstig und nach vier Tagen in New Delhi ist ein Ortswechsel keine schlechte Idee. Die meisten Touristen verbringen nur ein bis zwei Tage in Delhi um von dort ihre eigentliche Tour zu starten. Als das Flugzeug abhob verschwand die brodelnde Metropole in einer dicken Smokwolke unter uns. Continue Reading…
Posted 2 years, 3 months ago at 8:14 PM. Add a comment
Indien ist bunt, laut, staubig und kontrastreich. Als größter Staat des indischen Subkontinents umfasst Indien 3.287.590 km² auf denen laut Wikipedia 1.166.079.217 Menschen leben. In Indien werden weit über 100 verschiedene Sprachen gesprochen. Neben den beiden überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch sind 21 Sprachen offiziell von der Regierung anerkannt.
Schon auf dem Flug von Berlin via Amsterdam nach New Delhi konnte ich einen Vorgeschmack auf Indien bekommen. Nicht nur das Essen im Flugzeug, sondern auch die ganzen übrigen Passagiere hatten einen Touch Indien an sich. Bunte Saris tauchten in schillernden Farben zwischen den Sitzreihen auf und es wurde geschupst und gedrängelt beim einsteigen – das ist Indien.
Streets of New Delhi © by Heike Quosdorf
Street of New Delhi © by Heike Quosdorf
Street Kids at Nizamuddin East © by Heike Quosdorf
Connaught Place © by Heike Quosdorf
Border of New Delhi © by Heike Quosdorf
Nach nur 8 Stunden hieß es good bye Europa und wir taumelten ziemlich müde in New Delhi aus dem Flieger, da das Flugzeug in Berlin schon um 6:00 Uhr in der Früh startete und 2 Stunden Schlaf nicht ganz ausreichten um richtig fit zu sein. Continue Reading…
Posted 2 years, 4 months ago at 11:37 PM. Add a comment
Marrakesch ist ein facettenreicher, magischer Ort und eine der vier Königsstädte Marokkos, so heist es in den Reiseführern. Doch fest steht, dass ‘die rote Stadt’, wie Marrakesch auch genannt wird, wohl auf jeden Europäer sehr exotische wirkt und mehr hat von einem Märchen aus 1001 Nacht, als jede andere Stadt Marokkos. Ein guter Grund warum Marrakesch die Lieblingsstadt des Königs ist.
Berlin – Madrid – Marrakesch, 4:20 h Flugzeit und zwei Stunden Zeitverschiebung. Wir haben den Kontinent gewechselt und sind im Herzen Marokkos. Marrakesch liegt mit seinen 1,2 Mio Einwohnern etwa in der Mitte des westafrikanischen Staates. Marokko gilt als eines der fortschrittlichsten Länder in Afrika. Davon ist im Mittagsverkehr von Marrakesch noch nichts zu spüren. Hupen, wildes Überholen und eingespannte Esel sind wohl das Auffälligste auf den gefüllten Straßen. Die Armut ist spürbar, daneben schießen große Hotels aus dem Boden.
Wueste Maraokkos © by Dimitri Blinski
Sicht aus Bus © by Dimitri Blinski
Marrakesch © by Dimitri Blinski
Flughafen Marrakesch © by Dimitri Blinski
BHF Marrakesch © by Dimitri Blinski
Flagge zeigen die Marokkaner gerne und überall. Das pure Rot mit dem grünen Stern sticht aus dem sonst so grau-braunen Stadtbild heraus. Die Herzlichkeit der Marokkaner wird im Stadtbus deutlich. Der Busfahrer hält an, kommt zu uns nach hinten und zeigt auf seiner Karte, in welche Richtung wir laufen müssen. Er nimmt sich Zeit, obwohl andere Passagiere auf die Weiterfahrt warten.
Mit dem Bus von Marrakesch nach Agadir
Rund zwei Stunden nach der Landung sitzen wir wieder in einem Bus, dieses Mal auf der Fernstrecke Marrakesch – Agadir. Die Stadt liegt direkt am Ozean und gilt mit ihren langen Sandstränden als Touristenhochburg. Ganz unabhängig von Reisenveranstaltern und Pauschalreisen sind wir und ein französisches Paar als einzige Touristen im marokkanischen Linienverkehr unterwegs. Kurz nach Verlassen der staubigen, von Sand, Stein und Palmen dominierenden Stadt Marrakesch landen wir auf einer Fernverkehrstraße mit Weitblick. So weit das Auge sehen kann, nur aufgewirbelter Sand und Kakteen. Die Sonne scheint unermüdlich, Wolken sind nicht in Sicht. Das digitale Thermometer am Wegesrand zeigt 43° C. Links und rechts nur Mondlandschaft.
© Dimitri Blinski
Dies ist der erste Teil eines dreiteiligen Artikels von Dimitrie Blinski, der sich auf eine Reise von Berlin nach Marrakesch und Agadir begeben hat und uns seine Eindrücke und Erlebnisse schildert.
Posted 2 years, 4 months ago at 11:29 PM. Add a comment
Salt Lake City ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah und liegt, wie der Name schon verräht, direkt am großen Salzsee. Dieser erstreckt sich über eine Fläche von unglaublichen 4.400 Quadratkilometern und hat dabei nur eine durchschnittliche Tiefe von 4,5 Metern. Vielen wird Salt Lake City vielleicht noch als Austragungsort der Olympischen Winterspiele im Jahr 2002 in Errinerung sein.
In Salt Lake City selbst findet man viele Kirchen und Tempel, was auf die recht kuriose Gründungsgeschichte zurückgeht. Im Juli 1847 wurde die Stadt von 143 Männern, nur drei Frauen und zwei Kindern an der Ostküste des Großen Salzsees gegründet. Diese waren alle Mitglieder der ‘Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage’ (HLT), auch Mormonen genannt. Wegen der religiösen Verfolgung und Diskriminierung in den östlichen Staaten der USA flohen sie in Richtung Westen. Sie waren die ersten weißen Siedler, die sich in Utah niederließen. Wer sich etwas mehr für Geschichte der Stadt interessiert, kann sich im Museum darüber informieren.

Die Stadt liegt in einem großen Tal, dem Salt Lake Valley, welches von den Gebirgen der Wasatchkette im Osten und dem Oquirrh im Westen eingeschlossen wird. Bis auf 2.000 Meter erheben sich die höchsten Gipfel und bieten ein wunderfolles Panorama. Viele Nationalparks laden hier zum zum Montainbiken und Wandern ein. Mit dem Motorrad kann man vom Stadtteil Ogden an der Südseite von Salt Lake City eine wunderbare Panoramastraße in die Berge nehmen und auf den Salzsee herab blicken. Diese führt weiter zum Monte Christo Summit Pass welcher mit 2800 Metern die höchste Erhebung der Gegend ist. Und genau das ist der erste Streckenabschnitt nach meiner gestriegen Landung in Salt Lake City.
Nach genau 25 Stunden auf Flufhäfen und in Flugzeugen bin ich am 28. August um 10 PM Ortszeit in Salt Lake City angekommen. Mein Anschlußflug von New York hatte wegen schlechtem Wetter Verspätung und so saß ich 6 Stunden am Flughafen fest. Doch am Ende ist der Flieger gestartet, wobei ich mich ernsthaft fragte ob wir heil durch diese dunkle Wolkendecke kommen werden. Es hat uns alle für etwa 20 Minuten ordentlich durchgeschüttelt und dann waren wir über der Schlechtwetterfront. Zum Glück!
Liebe Grüß aus den USA und bis demnächst
Posted 2 years, 5 months ago at 7:29 PM. Add a comment
Frankfurt – Auckland, das sind über 18.300 Kilometer Distanz – quasi fast die andere Seite der Erde. Das ist nicht nur unglaublich weit weg, das ist auch der wunderbare Anfang einer Reise zu den schönsten Plätzen dieses Kontinents. Für mich sogar die erste große Reise außerhalb Europas.
Der Flughafen von Frankfurt verkörpert für mich einfach Chaos. Überall wird gebaut und nachdem man sich durch die Eingeweide des Parkhauses noch oben geschlängelt hatte ging es wieder abwärts in dem endlos langen Zugangstunnel für Fußgänger. Gegenüber dem Frankfurter Flughafen ist Berlin Tegel ein Witz.
Vor dem Flug Frankfurt – Auckland
Nach einem doch etwas längeren Abschiedsabend in Frankfurt hat mein Freund und mich zum Flughafen gefahren. Noch etwas angeschlagen vom Vorabend und vor der Tatsache stehend, dass ich mich nun in genau 30 Minuten auf dem Weg nach Neuseeland befinden werde, guckten wir uns nur ratlos an. Alles was zu sagen war, war bereits gesagt. Keine Worte waren greifbar, in genau diesem wichtigen Moment des Abschieds. Wir schauten uns ein letztes Mal tief in die Augen, das brauchte keine Worte. Eine letzte Umarmung ein letzter Kuss und dann war ich auf einmal auf der anderen Seite der Glasscheibe. Auf einmal ging alles viel zu schnell, wo ich es doch all die Stunden, Tage ja Monate vorher nicht aushalten konnte endlich in den Flieger zu steigen. Ja, der Abschied fällt schwer! Continue Reading…
Posted 3 years, 3 months ago at 12:46 AM. 3 comments
In 2 Tagen werde ich um diese Zeit schon im Flugzeug von Frankfurt Richtung San Francisco sitzen, um von dort weiter in Neuseelands Millionenstadt Auckland zu fliegen. Nach etwa 27 Stunden Flugzeit werde ich neuseeländischen Boden betreten. Die größte Stadt der Nordinsel wir mein erste Ziel sein, denn hier befindet sich auch einer der beiden Internationalen Flughäfen von Neuseeland.
Jetzt geht es bald los! Von Berlin werde ich mich schon morgen verabschieden und mit meinem Freund zusammen nach Frankfurt fahren. Von dort geht mein Flug nach Neuseeland. Das Ticket ist Ausgedruckt, genau wie die Bestätigung des Visa, nun steht dem großen Abenteuer nichts mehr im Weg.
Ein Zimmer in Auckland habe ich nicht gebucht. Doch das wird kein Problem werden, denn es gibt etliche Hostels in der City von Auckland. Gut ich begebe mich nicht ganz blind links in eine fremde Stadt und schon gar nicht wenn ich weiß, dass ich mitten in der Nacht ankommen werde. Ein bisschen Vorabrecherche habe ich dann doch betrieben. Ich habe mir drei Hostels heraus gesucht und die Strecke vom Flughafen per GoggleMaps angesehen und ausgedruckt. Vom Flughafen fahren Busse in die Stadt und es gibt ausführliche Informationen für Touristen im so genannten I-Site Center. Das muss erstmal reichen! Continue Reading…
Posted 3 years, 3 months ago at 3:04 PM. Add a comment